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Oldtimer-Meeting_Programmheft-2013

18 »37. Int. Oldtimer-Meeting 2013« E H R E N G A S T M A R K E über Kipphebel die in Reihe senkrecht hängenden Ventile. Ansaug- und Abgas- leitungen lagen auf derselben Seite. Un- gewöhnlich muten heute die ungleichen Zylinderabstände an. Zwischen zweitem und drittem sowie viertem und fünftem Zylinder waren größere Abstände, die für die Unterbringung der Kurbel- und No- ckenwellenlager genutzt wurden. Die Kurbelwelle, die keine Gegengewichte aufwies, war also wie die Nockenwelle vierfach gelagert. Das war allerdings nicht der Grund für diese Konstruktion. Vielmehr war die damals übliche Montage der mit Pleueln und Kolben komplett vor- gefertigten Kurbelwelle dafür verantwort- lich: Weil die Kolben dadurch von unten eingeführt werden mussten, durften die Hauptlagerstühle für die Kurbelwellen- lagerung nicht in die Kontur der Zylinder ragen. Die Hauptlager lassen sich also nur zwischen Zylindern mit großem Ab- stand zueinander unterbringen. Während dieses Triebwerk bei der Li- mousine mit zwei Vergasern 34 PS leiste- te, brachte es der Sechszylinder im Sport- modell BMW 315/1 auf 40 PS. Und das bei vorbildlicher Effizienz: „Auf 100 km verbraucht dieser schöne und schnelle Sportwagen nur 10–12 l Brennstoffge- misch und begnügt sich mit einem Öl- verbrauch von 0,1 und 0,2 kg. Er ist da- her hinsichtlich seiner Betriebskosten nicht teurer als ein sparsamer Wagen der kleineren Gebrauchsklasse“, hatten die BMW Ingenieure ermittelt. Das Publikum fand an diesem Typ 315/1 so viel Gefallen, dass eine Serien- fertigung in kleinem Umfang beschlossen wurde – nicht zuletzt auch, um im pres- tigeträchtigen Rennsport ein gewichtige- res Wort mitreden zu können. Ab Sommer 1934 war der bildhübsche BMW 315/1 für stolze 5200 Reichsmark zu kaufen. Das Serienmodell unterschied sich in ers- ter Linie durch eine andere Scheinwerfer- anordnung und seitliche Lüftungsgitter anstatt der ursprünglichen gebogenen Schlitze des Urmodells. ERFOLGEIMMOTORSPORT Mit 120 km/h Höchstgeschwindigkeit zählte der BMW 315/1 Roadster zu den ernst zu nehmenden Sportwagen seiner Zeit. Die Erfolgsgeschichte der BMW Auto- mobile auf der Rennstrecke gewann mit diesem Wagen noch stärkere Bedeutung. Schon in seinem ersten Jahr feierte der BMW 315/1 große Erfolge bei der Inter- nationalen Alpenfahrt 1934. Insgesamt umfasste das Starterfeld in Nizza 127 hochkarätig besetzte Fahrzeuge. Die ein- zelnen Tagesetappen beliefen sich auf je- weils zwischen 500 und 600 km mit vor- geschriebener Mindestgeschwindigkeit. Am vierten Tag fand eine Geschwindig- keitsprüfung auf dem Stilfser Joch statt. Nach 2.867 zurückgelegten Kilome- tern kamen von den 127 gestarteten Wa- gen 96 in München ins Ziel – 66 davon ohne Punktverluste. Die fünf Wagen des BMW Werksteams errangen als einzige strafpunktfreie Mannschaft in ihrer Klas- se den Internationalen Alpenpokal: an der Spitze das BMW 315/1 Team Richard Brenner/Albert Kandl/Ernst v. Delius. Bis Mitte 1935 entstanden von diesem Modell nur 230 Exemplare. Viele gingen in die Hände von Privatfahrern. So an den lang- jährigen BMW Werksfahrer Ralph Roese, der sich einen 315/1 Spezial aufbaute. Der stark modifizierte Motor brachte es schließlich auf 136 PS, untergebracht in einer völlig neuen Rennwagenkarosserie. Das rennfertige Auto wog damit nur noch 380 kg. Gleich beim ersten Start auf dem Nürburgring 1936 fuhr der Rennwagen auf den 1. Platz – mit 17 km Vorsprung. Über Jahre war diese Spezialanfertigung erfolgreich, bis hin zum Gewinn der Deut- schen Straßenmeisterschaft 1939. Bei Fahrern und Firma ließen die Er- folge rasch den Wunsch nach mehr auf- keimen: Ein Auto in der prestigeträchti- gen Klasse bis zwei Liter musste her. En- de 1934 folgte bereits eine weitere, noch leistungsstärkere Ausführung des BMW Alle Fotos: BMW 328 Roadster (© BMW)

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